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Die Stadt mit den Ohren sehen

Tages Anzeiger Zürich, 25. Februar 2006
Bericht zum Stadtmodell Acoutopia – Stadt & Klang, von Caspar Schärer

Ein Kunstwerk zum Hören.

Getreu der Modellvorstellung einer echten Stadt gibt es grundsätzlich zwei Kategorien von Objekten: aktive, Klänge abgebende Skulpturen sowie passive, Klänge reflektierende. Allen Skulpturen gemeinsam ist die gelungene Vereinigung von Akustik und plastisch-gestalterischer Ästhetik. Allein die 20 passiven Klangskulpturen aus Karton, die als architektonische Elemente den Raum strukturieren, sind eigentlich schon Kunstwerke für sich. [...]

Die Kombination all dieser Elemente in der Schaffhauser Ausstellungshalle ergibt zusammen Acoutopia, eine Stadt, in der die Ohren die Schritte lenken. [...] Erst mit dem Durchstreifen des Raumes offenbaren sich all seine Geheimnisse, die Inès und Fabian Neuhaus darin eingebaut haben. Die Passiven Klangskulpturen übernehmen dabei eine wichtige Rolle. Sie brechen den Schall, lenken ihn um, verbergen ihn aber auch. Das Ohr wird zum primären Orientierungssinn. Lange bevor die Klangquelle gesehen werden kann, lässt sie sich schon erstaunlich gut lokalisieren. So wird Acoutopia zur präzise komponierten Gesamtskulptur, in der Gehör und Auge gleichermassen gefordert und bedient werden.