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Massnahme gegen tieffrequenten Lärm von Neuhaus in der Produktionshalle "Nassscheuer"

Produktionshalle Nass-Scheuer des Unternehmens Silhouette International mit architektonischen Ergänzungen von Neuhaus.

In dieser Produktionshalle des Brillenherstellers Silhouette International werden in vibrierenden Scheuertöpfen die Oberflächen von Kunststoffteilen verfeinert.

Die Halle mit mehr als 50 schweren Scheuer-Maschinen (Druckvibratoren) wurde von einem tieffrequentem Dröhnen dominiert, das auch andere Gebäudebereiche und deren Nutzer stark beeinträchtigte. Die sehr tiefe Hauptfrequenz (25 Hz) des massiven Dröhnens in der Halle war als Ton nur schwer auszumachen, dabei aber so druckvoll, dass das Eingangstor um 5 cm nach aussen ausschlug.

Mehrere Monate lang hatte der TÜV vergeblich versucht, dieses Problem zu lösen. Handelsübliche Massnahmen zur Reduktion der Emissionen solcher Maschinen sind im Betrieb unpraktikabel, in Bezug auf tiefe Frequenzen nur beschränkt wirksam und enorm teuer. Aufgrund des Erfolgs unserer Interventionen in anderen Räumen des Unternehmens erhielten wir den Auftrag, eine wirksame und ökonomische Lösung zu finden.

In unserer Analyse identifizierten wir die ausgeprägten Raumresonanzen als Grund für das übermässige Dröhnen mit Pegelspitzen von bis zu 130 dB(Z); die von den Druckvibratoren erzeugten Schwingungen wurden durch den Raum mehr als hundertfach verstärkt.

Mit nur sieben, präzise dimensionierten und positionierten Elementen aus einfachen Baumaterialien ist es uns gelungen, das Resonanzverhalten des 311 m² grossen Raums auszubalancieren und damit den Schalldruck bei 25 Hz auf weniger als ein Hundertstel des ursprünglichen Werts (minus 20 dB) zu senken. Die früher unangenehm spürbaren Luftvibrationen (bei 7–14 Hz) sind verschwunden.

Seit Fertigstellung der Interventionen bleibt das Eingangstor nun völlig ruhig. Im angrenzenden, ehemals stark beeinträchtigten Arbeitsraum glaubte man zu Beginn sogar, die Druckvibratoren seien ausser Betrieb.

Aufgrund der Komplexität der Raumresonanzen beanspruchte unsere Planungsarbeit für diesen Raum einige Zeit (etwa zwei Wochen). Die Umsetzung hingegen war überaus einfach und von Haushandwerkern schnell erledigt. Als Material für die Elemente wählten wir schwere zementgebundene Holzspanplatten in einer Führung aus Metallschienen.

Auch eine von uns entwickelte Technologie zur nicht-elastischen Lagerung von Maschinen ist hier im Einsatz. Die schweren Scheuer-Maschinen laufen dadurch stabiler und ruhiger, gleichzeitig wird die Übertragung von Vibrationen auf den Boden auf ein Minimum reduziert.

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